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AI Literacy
Lektion 4 von 160/16 abgeschlossen
KI-Grundlagen & Regulierung

Transparenzpflichten

Kennzeichnung & Transparenz

🖱️ Interaktiv: Ziehen zum Drehen · Lektion 4

Lernziele

Nach dieser Lektion kannst du:

  • KI-generierte Inhalte korrekt kennzeichnen
  • Die Anforderungen an Human Oversight umsetzen
  • Ein AI-Inventory für dein Unternehmen erstellen
  • Die Dokumentationspflichten als Betreiber von KI-Systemen einhalten

Kennzeichnungspflichten

Der EU AI Act verpflichtet Betreiber von KI-Systemen zur Transparenz gegenüber:

  • Mitarbeitern: Einsatz von KI am Arbeitsplatz muss kommuniziert werden
  • Kunden: Interaktion mit einem KI-System (Chatbot) muss erkennbar sein
  • Öffentlichkeit: KI-generierte Inhalte (Texte, Bilder, Videos) müssen gekennzeichnet sein

💡 Praktische Kennzeichnung

• Chatbot: „Ich bin ein KI-Assistent" zu Beginn des Gesprächs • KI-generierte Texte: Hinweis „Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt" • KI-Bilder: Wasserzeichen oder Metadaten „KI-generiert" • KI-Entscheidungen: „Diese Entscheidung wurde automatisiert getroffen"

Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten

Die Kennzeichnung muss:

  • Klar und gut sichtbar sein (nicht im Kleingedruckten)
  • Zum Zeitpunkt der Interaktion erfolgen
  • Für den Empfänger verständlich sein (kein Fachjargon)
  • Nicht irreführend sein

Human Oversight

Human Oversight bedeutet, dass ein Mensch die Kontrolle über KI-Systeme behält. Dies ist bei Hochrisiko-Systemen gesetzlich vorgeschrieben, aber auch bei risikoarmen Systemen dringend empfohlen.

Formen des Human Oversight

  1. Human-in-the-Loop (HITL): Der Mensch muss jede KI-Entscheidung bestätigen
  2. Human-on-the-Loop (HOTL): Der Mensch überwacht das System und greift bei Bedarf ein
  3. Human-in-Command (HIC): Der Mensch trifft strategische Entscheidungen über den KI-Einsatz

📝 Schnellprüfung

Was bedeutet 'Human-on-the-Loop'?

AI-Inventory — Der KI-Kataster

Ein AI-Inventory ist die systematische Erfassung aller KI-Systeme in deinem Unternehmen. Die EU-Kommission empfiehlt dies als erste Maßnahme zur Erfüllung von Art. 4.

Was gehört ins AI-Inventory?

FeldBeschreibungBeispiel
NameBezeichnung des KI-ToolsChatGPT Enterprise
TypLLM, Bildgenerierung, etc.Sprachmodell
HerstellerAnbieter des SystemsOpenAI
RisikoklasseNach EU AI ActMinimales Risiko
EinsatzbereichWofür genutztTextentwürfe
VerantwortlicherWer ist zuständigAbteilungsleiter

🏢 Praxis-Szenario: Aufbau eines AI-Inventory

Eine Marketing-Agentur mit 50 Mitarbeitern nutzt: ChatGPT für Texte, Midjourney für Bilder, Copilot für Code, einen KI-basierten Übersetzer, und ein KI-Tool zur Kundenanalyse. Eine Mitarbeiterin nutzt auf eigene Faust ein weiteres KI-Tool (Shadow AI). Wie gehst du vor?

Dokumentationspflichten

Als Betreiber eines KI-Systems musst du dokumentieren:

  1. Welche KI-Systeme werden eingesetzt?
  2. Für welche Zwecke werden sie eingesetzt?
  3. Welche Daten werden verwendet?
  4. Wie wird die Qualität sichergestellt?
  5. Welche Human Oversight Maßnahmen gibt es?
  6. Welche Schulungen wurden durchgeführt?

Die Dokumentation muss im Falle einer Prüfung durch die Aufsichtsbehörde vorgelegt werden können.

💡 Tipp: Dokumentation als Prozess

Die Dokumentation sollte nicht als einmalige Aufgabe, sondern als kontinuierlicher Prozess angelegt werden. Führe ein lebendes Dokument, das du regelmäßig aktualisierst — nicht ein PDF, das veraltet und vergessen wird.

✅ Wichtige Erkenntnisse

Haken setzen, um deinen Lernfortschritt zu markieren:

→ Vertiefung: Datenschutz & DSGVO — Datenschutz-Folgenabschätzung und AVV · KI-Tools im Arbeitsalltag — Shadow AI und praktische Umsetzung

Weiterführende Inhalte

Transparenz im vollständigen Guide

Relevante Rechtsgrundlagen: Art. 13 · Art. 14 · Art. 50 · Art. 52