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AI Literacy
Lektion 2 von 160/16 abgeschlossen
KI-Grundlagen & Regulierung

EU AI Act & Risikoklassen

VerbotenHochrisikoBegrenztMinimal

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Lernziele

Nach dieser Lektion kannst du:

  • Die vier Risikoklassen des EU AI Act benennen und unterscheiden
  • Beispiele für verbotene, hochriskante und risikoarme KI-Systeme nennen
  • Deine Rolle als Anbieter (Provider) oder Betreiber (Deployer) bestimmen
  • Die Konsequenzen von Verstößen gegen den EU AI Act einschätzen

Der EU AI Act im Überblick

Der EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) ist die weltweit erste umfassende Regulierung für Künstliche Intelligenz. Er trat am 2. Februar 2025 in Kraft und wird schrittweise umgesetzt.

Ziel: KI-Systeme sollen sicher, transparent und rechtskonform sein, ohne Innovation unnötig zu behindern.

💡 Wichtige Fristen

• 2. Februar 2025 — Inkrafttreten, Art. 4 KI-Kompetenz ist geltendes Recht • 3. August 2026 — Durchsetzungsbefugnisse für nationale Behörden • 2. Februar 2025 — Verbotene KI-Praktiken (Art. 5) treten in Kraft • Dezember 2027 — Hochrisiko-Pflichten (verschoben durch Digital Omnibus)

Die vier Risikoklassen

Der EU AI Act verfolgt einen risikobasierten Ansatz:

1. Verboten (Unacceptable Risk)

Systeme, die gegen EU-Grundrechte verstoßen:

  • Social Scoring durch Behörden
  • Manipulative KI-Systeme (Subliminal-Techniken)
  • Echtzeit-Biometrie im öffentlichen Raum (mit engen Ausnahmen)
  • Emotionserkennung an Arbeitsplätzen

2. Hochrisiko (High Risk)

Systeme mit erheblichen Auswirkungen auf Sicherheit oder Rechte:

  • KI in kritischer Infrastruktur
  • Medizinprodukte mit KI
  • Biometrische Identifikationssysteme
  • KI im Recruiting, Kreditwürdigkeit, Grenzkontrolle
  • KI im Strafverfolgungskontext

3. Begrenztes Risiko (Limited Risk)

Systeme mit Transparenzpflichten:

  • Chatbots (muss als KI gekennzeichnet sein)
  • Deepfakes und synthetische Inhalte (Kennzeichnungspflicht)

4. Minimales Risiko (Minimal Risk)

Alle anderen KI-Systeme, die keine spezifischen Pflichten auslösen:

  • KI-basierte Spiele
  • Spam-Filter
  • Produktempfehlungen

📝 Schnellprüfung

In welche Risikoklasse fällt eine KI zur Vorauswahl von Bewerbungen?

Anbieter vs. Betreiber — Deine Rolle

Anbieter (Provider): Entwickelt oder importiert ein KI-System in den EU-Markt Betreiber (Deployer): Setzt ein KI-System in der eigenen Organisation ein

Die meisten Unternehmen in der EU sind Betreiber — sie nutzen KI-Tools wie ChatGPT, Copilot oder spezialisierte KI-Anwendungen.

Als Betreiber hast du folgende Pflichten:

  • KI-Kompetenz-Schulung für alle Mitarbeiter (Art. 4)
  • Dokumentation der eingesetzten KI-Systeme
  • Human Oversight bei Hochrisiko-Systemen
  • Transparenz gegenüber betroffenen Personen

🏢 Praxis-Szenario: Risikoklassen-Bestimmung im Unternehmen

Dein Unternehmen plant drei KI-Einsätze: 1) Einen Chatbot für Kundenanfragen, 2) Ein Gesichtserkennungssystem für Zutrittskontrolle, 3) Ein Tool zur automatischen Sortierung von Bewerbungen. In welche Risikoklassen fallen diese?

Durchsetzung und Sanktionen

  • Bis €35 Millionen oder 7% des weltweiten Jahresumsatzes (verbotene Praktiken)
  • Bis €15 Millionen oder 3% (Hochrisiko-Pflichtverletzungen)
  • Bis €7,5 Millionen oder 1,5% (falsche Angaben)

Die nationale Aufsicht in Deutschland übernimmt die Bundesnetzagentur.

💡 Art. 4 gilt für alle

Anders als die Hochrisiko-Pflichten gilt Art. 4 KI-Kompetenz für ALLE Unternehmen, die KI nutzen — unabhängig von Risikoklasse oder Unternehmensgröße. Auch KMU sind nicht ausgenommen.

✅ Wichtige Erkenntnisse

Haken setzen, um deinen Lernfortschritt zu markieren:

→ Vertiefung: Erlaubte & verbotene Nutzung — welche KI-Praktiken verboten sind · Transparenzpflichten — Kennzeichnungs- und Dokumentationspflichten

Weiterführende Inhalte

Vollständiger KI-Kompetenz-Guide

Relevante Rechtsgrundlagen: Art. 4 · Art. 5 · Art. 6